Die erkannte Mama

Die erkannte Mama….

Es ist März 2016.

Ich tue das, was ich immer, gerne und vielleicht auch einfach viel zu oft mache.
Ich räume die Spülmaschine aus. Viel zu oft, wirklich viel zu oft, sorge ich für Ordnung. Erledige Dinge, damit sie nicht liegen bleiben und damit sie schnell aus den Augen sind.

Das dreijährige Kind kommt in die Küche und schreit mich entsetzt an. Und wenn ich sage entsetzt, dann meine ich entsetzt. Luke ist schon immer sehr ausdrucksstark gewesen. Das zeigt sich in seiner Mimik aber auch in seiner Wortwahl. Doch diesmal habe ich zwischen den Zeilen des gesprochenen, nein, des gerufenen Wortes gelesen. Es gibt viele Möglichkeiten die Worte meines Sohnes zu deuten, doch mir bliebt an dieser Stelle nur eine Deutung.

„Maaaaaammaaaa nein!!!!!
Nicht aufräumen! NIIIIICCHHHTTT!!!“

Meine seufzende und verträumte Reaktion darauf:

„Ja. Luke. Ich sehe das auch so. Eigentlich gehöre ich mit einer Tasse leckerstem Kaffee nach draußen, in die nicht vorhandene Sonne. Füße hoch und genießend….“

Durch sein plötzliches Schweigen stimmte er mir zu. Ich bin immer wieder gerührt, wie mich mein Kind sieht.

Wir reiten einfach auf ein und derselben Welle…

Ein (F)Lugzeug ist ein (F)Lukezeug ist ein (F)Lugzeug

Ein (F)Lugzeug

Spielplatz. Wunderschönes Wetter. Kleines Päuschen für Mutti.
Luke, gerade 2 Jahre alt geworden, spielt für sich im Sand und kommt nach 30 Minuten in meine Richtung gelaufen. In der einen Hand eine Schaufel mit Sand und in der anderen ein Eimerchen mit Sand.
Er lächelt bezaubernd. Das kann er ganz hervorragend…. Ich will mein Handy gerade weglegen und wende den Blick von diesem kleinen Gesichtchen ab, Nichts ahnend. Dabei hätten bei mir doch schon die Alarmglocken klingeln sollen. Aber wer kann denn schon wissen, dass dieser kleine Rabauke etwas geplant hat. Mit 2. Ich jedenfalls nicht.

Ich schaue also kurz weg. Und plötzlich eine Sandfontäne. Von allen Seiten. Sand. Überall: Kopf, Augen, Ausschnitt. Alles voll.
Ich bin total baff, blinzle meinem Kind nach. Ich sammle mich noch einen Moment.

Ich, immer noch wie der Ochs vorm Berg, frage:

„Was ist DAS denn gewesen?!“
Dieser 2- jährige, wie aus der Pistole geschossen und als gäbe es keinen Zweifel:

„Ein (F)Lugzeug.“

dreht sich um und schaufelt weiter. 

Ach so. Na dann, denkt sich Mama.
Und eigentlich hat er wie immer recht: leg das scheiß Handy aus der Hand und genieß die Sonne! 


Er hat eine entzückende Art dies zu sagen.